Grundsätzlich muss ab einer Mauerwerksstärke von 40 - 55 cm mehrstufig gebohrt werden.
Das heißt, es wird mit zwei oder drei Injektionsreihen gearbeitet, welche
versetzt und mit unterschiedlichen Bohrlochtiefen versehen werden.
Bei dieser Mauerwerksstärke muss das Injektionsmittel meist auch von beiden Seiten
eingebracht werden. Das bedeutet, dass auch von außen aufgegraben werden muss.
Je nach Dicke und Art der Mauern liegen die Bohrlochwinkel zwischen 5° und 55°. Es muss
für eine ausreichende Menge des Injektionsmittels gesorgt werden. Bis zu 30 Liter pro Meter
Wand. Die Sättigung des Mauerwerks muss gewährleistet sein.
Ab einer Durchfeuchtung des Mauerwerks von 50% kann das Eindringen des Injektionsmittels
in die Kapillaren immer unvollständiger werden.
Bei nicht vollständiger Versiegelung verstärkt sich zwangsläufig der Feuchtesog über die
nicht versiegelten Kapillaren. Man kann sich diesen Effekt wie eine Baustellenverengung auf der Autobahn vorstellen. Daher ist sogar bei einem Einsatz von Druckmitteln oder
Heizstäben zur Vorbereitung oftmals nur ein Wirkungsgrad von 70 - 80% zu erwarten. Bei Luftfeuchtigkeit über 60 - 70% kann
das Injektionsmittel evtl. nicht abtrocknen. Zusätzliche Trocknungsmaßnahmen
werden in diesem Fall unbedingt erforderlich.
Bei Mauerwerk mit großen Hohlräumen, sowie Schalenmauerwerk und einigen
dichten Natursteinen sind Injektagen ungeeignet. Selbst wenn es gelingen würde,
durch eine Injektage ein Mauerwerk zu 100% abzudichten, verbleibt die einmal
aufgestiegene Feuchtigkeit in den Wänden. Sie kann nur langsam ausdunsten. Dies dauert oft Jahre. Sobald die Sperre wieder
durchlässig wird, beginnt das Problem der aufsteigenden Feuchtigkeit von neuem.
Unterhalb der eingebrachten Sperrschicht bleibt es aus dem Untergrund feucht. Auch der Kellerboden sollte abgetragen und mit einer Sperrschicht neu aufgebaut werden.
Ein weiterer
Nachteil kann das, in die bis zu 800 Bohrungen in
einem Einfamilienhaus, eingebrachte Injektagemittel sein. Injektionen auf der Basis
von z.B. Kunstharzen enthalten den Nährboden für Mikroorganismen. Neben
chemischen und physikalischen Einflüssen spielen Mikroorganismen eine maßgebliche
Rolle bei der Zerstörung von Baustoffen. Besonders die Staunässe unter den
Injektagen lässt häufig mikrobakterielle Lebensgemeinschaften entstehen. Diese
können infolge ihrer Stoffwechselaktivität erheblichen Schaden auf Material und
Mensch nehmen.